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Heute die Werte für die globalisierte Welt von morgen definieren |
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Ceterum Censeo | 16. September 2009Heute die Werte für die globalisierte Welt von morgen definieren Wir sehen uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit einem seltsamen Paradoxon konfrontiert: Während die Globalisierung in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht rasant vorangeschritten ist, stellen wir beim Verständnis der Welt in ihrer ganzen sozialen Vielfalt nicht nur Fortschritte, sondern auch Rückschritte fest. Was vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar, allenfalls ein technisches Utopia war, hat die Technik heute längst verwirklicht. Und so flaniert der Mensch – allem Irdischen entrückt – mittlerweile auf dem Mond und sucht dennoch verzweifelt nach globalen Werten, die seinem Zusammenleben Halt geben sollen. Dieses Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und sozialer Entwicklung frappiert.
Gerade aber der technologische Fortschritt und die damit einhergehende weltweite Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Kultur lassen die Debatte um die Werte in der globalisierten Welt von morgen so dringlich und unerlässlich erscheinen. Je intensiver sich die Beziehungen über nationale oder kulturelle Grenzen hinweg ausgestalten, desto dringender ist ein Fundus an gemeinhin akzeptierten oder geteilten Werten. Wir müssen deshalb versuchen, universalisierbare Werte zu definieren, gemeinsame Werte, die helfen, unser aller Zusammenleben zu strukturieren.
Als Ausgangspunkt dieser Debatte um die Werte von morgen bietet sich der Rückgriff auf die Grundrechte des Menschen - als gleichsam kleinsten gemeinsamen Nenner - an. Ohne sie kann die Globalisierung längerfristig gar nicht funktionieren. Denn ohne Recht auf Eigentum besteht kein Anreiz zum Handel. Ohne Handelsfreiheit entwickelt sich kein Markt. Ohne Recht auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit entsteht kein freier Dialog, kein Wettbewerb der Ideen und somit auch keine Demokratie.
An diesem Punkt stellt sich schliesslich auch die Frage, ob gemeinsame Werte Voraussetzung oder aber Folgeerscheinung der Globalisierung sind. Eine Wechselwirkung ist unverkennbar. Damit der Mensch sich ökonomisch und kulturell weiterentwickeln kann, muss er sich entfalten können. Basis dazu bilden gemeinsam geteilte Werte. Zentral ist, dass diese dem Menschen Raum bieten, sich gedeihlich entfalten zu können – ohne ihn aber wieder in Fesseln zu legen. Hierin gleicht der Diskurs über die Werte von morgen einem gordischen Knoten, der allerdings heute – und nicht erst morgen - gelöst werden muss.
Weiterführende Links:
»» "Der Staat als Schurke"
(DIE ZEIT, 4.12.2008, Nr. 50)
»» "ABC der Menschenrechte"
(Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten)
»» "Sind unsere westliche Werte in Gefahr"
(Kolloquium Oktober 2005; Schweizer Montashefte Nr. 12/01, 2005/2006)
»» "Universal Declaration of Human Rights"
(United Nations Human Rights)
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Ceterum Censeo | 3. Februar 2012 Vom Sonderfall zum ungeliebten Musterknaben: Gedanken zu den Standortvorteilen der Schweiz im taumelnden Europa Die Schweiz ist aktuell in einer besseren wirtschaftlichen Verfassung als viele andere Staaten. Auch die Finanzkrise vor drei Jahren bewältigte die Schweiz quasi im Eilzugtempo, während sich die Wirtschaft vieler Staaten jetzt noch auf der Kriechspur befindet. Sprach man früher vom Sonderfall Schweiz, passt heute eher der Begriff des Musterknaben für unsere spezielle Stellung. Sind Sonderfälle noch gelitten, werden Musterknaben selten geliebt, häufiger beneidet. Die Angriffe auf unsere Standortvorteile – Finanzplatz und Steuerfragen – führten den Unmute anderer Länder deutlich vor Augen. Das wirft die Frage auf, wo denn eigentlich unsere Vorteile heute noch liegen und wie stark diese gefährdet sind.
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