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«Naturwissenschaftler wissen genau, wie zwei Atome
in einem Molekül zusammengehalten werden.
Was aber hält unsere Gesellschaft zusammen?»
Elisabeth Noelle-Neumann
Europńische Werte - Kinderleicht?
Ceterum Censeo | 8. Mai 2009Europäische Werte - Kinderleicht? Welche Werte tatsächlich für unsere europäische Gesellschaft typisch sind und welche Bedeutung ihnen heute und in Zukunft zukommt, dürfte nicht ganz einfach zu definieren sein. Zunächst wäre wohl zu klären, ob und wie weit die europäische Gesellschaft abseits von formalpolitischer und wirtschaftlicher Einheit überhaupt eine einheitliche kulturelle Identität besitzt. Die Frage positiv beantwortet vorausgesetzt, wäre sodann zu bestimmen, wie diese charakterisiert werden kann. Worüber definiert sich "Europa" als führende westliche Kultur überhaupt? Daraus könnte dann abgeleitet werden, welche typischen Merkmale die europäische oder westliche Kultur ausmachen und auf welche Werte diese Merkmale sich abstützen.

Sir Ashmed Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller ("Die satanischen Verse", 1988). und einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen Literatur, antwortete auf die Frage, wie er die westlichen Werte definiere würde, einmal salopp: "Küssen in der Öffentlichkeit, Schinken-Sandwiches, offener Streit, scharfe Klamotten, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe".

Ist es tatsächlich so kinderleicht? Die von der EU-Kommission, vom EU-Parlament und von der Deutschen Bundesregierung ins Leben gerufene „Aktion Europa“ meint: Ja! Im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurde im ersten Halbjahr 2007 eine Kampagne lanciert, die auf humorvolle Art neues Vertrauen in die Europäische Integration schaffen wollte. "Europäische Werte - Kinderleicht" ist ein 74-Sekunden-TV-Spot, den ein Team von fünf Studierenden der Internationale Filmschule (ifs) in Köln entwickelt hat. 

Nun, ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht. Was uns in Europa wirklich verbindet, welche Werte unsere gemeinsame Kultur ausmachen und wie allfällige Konflikte mit anderen Wertvorstellungen zu vermeiden sind, dürfte uns in einer Welt der Globalisierung und der Migrationsströme noch länger beschäftigen.

 


Ceterum Censeo | 23. Juli 2014
Eine Schweiz im urbanen Wandel: Aufkeimende Wachstumsängste und steigendes Unbehagen

Die Schweiz wächst. Bereits wurde die Bevölkerungsgrenze von 8‘000‘000 durchbrochen. 2050 könnten es womöglich bereits 10‘000‘000 Menschen sein, die hier leben. Als Folge des Wachstums steigt der Druck auf die Politik, Massnahmen gegen den Landverlust und zum Schutze der Natur zu ergreifen. Dem Wunsch der Bevölkerung ist nachzukommen, bereits liegen ja auch Volksentscheide dazu vor. Dabei stellt sich die Frage, wie dies im Einklang mit den wirtschaftlichen Interessen und den Eigentumsrechten geschehen kann.

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