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«Verstehen kann man das Leben nur rückwärts.
Leben muss man es vorwärts.»
Sören Kierkegaar
Europńische Werte - Kinderleicht?
Ceterum Censeo | 8. Mai 2009Europäische Werte - Kinderleicht? Welche Werte tatsächlich für unsere europäische Gesellschaft typisch sind und welche Bedeutung ihnen heute und in Zukunft zukommt, dürfte nicht ganz einfach zu definieren sein. Zunächst wäre wohl zu klären, ob und wie weit die europäische Gesellschaft abseits von formalpolitischer und wirtschaftlicher Einheit überhaupt eine einheitliche kulturelle Identität besitzt. Die Frage positiv beantwortet vorausgesetzt, wäre sodann zu bestimmen, wie diese charakterisiert werden kann. Worüber definiert sich "Europa" als führende westliche Kultur überhaupt? Daraus könnte dann abgeleitet werden, welche typischen Merkmale die europäische oder westliche Kultur ausmachen und auf welche Werte diese Merkmale sich abstützen.

Sir Ashmed Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller ("Die satanischen Verse", 1988). und einer der bedeutendsten Vertreter der zeitgenössischen Literatur, antwortete auf die Frage, wie er die westlichen Werte definiere würde, einmal salopp: "Küssen in der Öffentlichkeit, Schinken-Sandwiches, offener Streit, scharfe Klamotten, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe".

Ist es tatsächlich so kinderleicht? Die von der EU-Kommission, vom EU-Parlament und von der Deutschen Bundesregierung ins Leben gerufene „Aktion Europa“ meint: Ja! Im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurde im ersten Halbjahr 2007 eine Kampagne lanciert, die auf humorvolle Art neues Vertrauen in die Europäische Integration schaffen wollte. "Europäische Werte - Kinderleicht" ist ein 74-Sekunden-TV-Spot, den ein Team von fünf Studierenden der Internationale Filmschule (ifs) in Köln entwickelt hat. 

Nun, ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht. Was uns in Europa wirklich verbindet, welche Werte unsere gemeinsame Kultur ausmachen und wie allfällige Konflikte mit anderen Wertvorstellungen zu vermeiden sind, dürfte uns in einer Welt der Globalisierung und der Migrationsströme noch länger beschäftigen.

 


Ceterum Censeo | 19. August 2014
Wenn unsere Schweizer Aussenpolitik wieder einmal ins Fadenkreuz der Kritik gerät 

Die Schweizer Aussenpolitik steht vor neuen Herausforderungen. Offensichtlich sind die zahlreich und in kürzester Zeit eingetretenen geopolitischen Veränderungen in den internationalen Beziehungen, die nach einer Überprüfung der eigenen Strategien verlangen. Wie immer in solchen Situationen steigt auch der innenpolitische Druck auf den Bundesrat in Bezug auf anstehende aussenpolitische Entscheidungen. Auf dem Prüfstand steht unsere Haltung als Akteur im internationalen Kontext und kurz vor der 500 Jahrfeier zu Marignano wird - einmal mehr in unserer Geschichte – auch über die Auslegung unserer Neutralitäts- und Aussenpolitik intensiv diskutiert. 

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