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«Naturwissenschaftler wissen genau, wie zwei Atome
in einem Molekül zusammengehalten werden.
Was aber hält unsere Gesellschaft zusammen?»
Elisabeth Noelle-Neumann
Kernenergiedebatte
Ceterum Censeo | 28. August 2008KernenergiedebatteIn der Schweiz hat die Diskussion über die Kernenergie wieder an Intensität zugelegt. Auslöser hierfür ist die sich anbahnende Stromversorgungslücke: Ab 2020 nähern sich die drei dienstälteren Kernkraftwerke Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg dem Ende ihrer wirtschaftlichen Betriebsdauer und müssen ersetzt werden. Gleichzeitig werden auch die Lieferverträge mit Frankreich nach und nach auslaufen.

Die Debatte dreht sich aber nicht nur um die Versorgungssicherheit. Nicht vergessen werden dürfen die ökonomische Perspektive (Strompreis) und die Tatsache, dass die Schweiz keine Strominsel ist. Gerade mit dem ehrgeizigen Ziel, die Energieeffizienz zu verbessern, respektive den Verbrauch von Öl, Kohle und Gas zu reduzieren, steigt der Verbrauch von Elektrizität noch zusätzlich. Diese Komponenten zusammen führen auch den Bundesrat zur Schlussfolgerung, dass wir es uns gar nicht leisten können, der Kernenergie den Rücken zuzukehren. In dem Sinne braucht es eine Kernenergiedebatte und die daraus hoffentlich resultierenden Lösungen. Grösste Unbekannte in dieser Diskussion ist die Endlagerung der Abfälle: Gemäss Bundesrat ist der Nachweis einer Entsorgungs-Lösung mittlerweile erbracht.

Die Notwendigkeit einer neuen Energiedebatte wurde auch im Ausland erkannt. Vielerorts steht man der Kernkraft heute weit wohlwollender und sachlicher gegenüber als noch vor ein paar Jahren. In Ostmitteleuropa sind zahlreiche Nuklearkraftwerke im Bau oder in Planung. In Deutschland werden die kontraproduktiven Folgen des selbstverordneten Ausstiegs aus der Atomenergie mittlerweile erkannt: Teure Stromimporte, noch mehr Kohle- und Gaskombi-Kraftwerke. Der Ruf nach verlängerten Laufzeiten der KKW wird darum auch in unserem nördlichen Nachbarland lauter.

weiterführende Links:

»» "Strategien für die Schweizer Elektrizitätsversorgung im europäischen Kontext" (Studie über die Auswirkungen unterschiedlicher europäischer Szenarien auf den Schweizer Elektrizitätsmarkt, Avenir Suisse, Juni 2008)

»» "Kernenergie für die Schweiz" (Informationsbroschüre, Nuklearforum Schweiz, Juli 2007)

»» "Energieforum Nordwestschweiz" (Informationsportal von eidgenössischen und kantonalen Politikern, von Wissenschaftlern sowie von an Energiepolitik interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus den Kantonen Aargau, Solothurn, Basel-Land und Basel-Stadt)

»» "Neue erneuerbare Energien und neue Nuklearanlagen: Potentiale und Kosten" (Bericht des Paul Scherrer Institut PSI im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE, Mai 2005)

»» "Co2-freie Stromperspektiven für die Schweiz - Neue nukleare Technologien" (Energie-Spiegel, Nr. 15, Paul Scherrer Institut PSI, November 2005)

 

Ceterum Censeo | 20. Oktober 2014 Raum und Kohäsion – ein Dilemma am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne

Gesellschaften definieren sich über verbindende Faktoren wie gemeinsame Sprache, Werte, Kultur und (Lebens-)Raum. Jede Gesellschaft braucht im Verlaufe der Geschichte diesbezüglich immer wieder Neudefinitionen. Kohäsion spielt dabei eine wesentliche Rolle – an einen Raum gebundene gesellschaftliche Strukturen können aufgebrochen werden, wenn die Politik der Kohäsion nicht genügend Rechnung trägt. Neben kulturellen, ökonomischen oder sprachlichen Faktoren hat in der Schweiz zunehmend auch die Raumplanung einen Einfluss auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In diesem Zusammenhang manifestieren sich neuerdings vermehrt Grenzen und Hindernisse. Die Schweizer Gesellschaft ist gefordert. 

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