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«Freiheit heisst Verantwortung.
Deshalb wird sie von den meisten Menschen gefürchtet.»
George Bernard Shaw
Kernenergiedebatte
Ceterum Censeo | 28. August 2008KernenergiedebatteIn der Schweiz hat die Diskussion über die Kernenergie wieder an Intensität zugelegt. Auslöser hierfür ist die sich anbahnende Stromversorgungslücke: Ab 2020 nähern sich die drei dienstälteren Kernkraftwerke Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg dem Ende ihrer wirtschaftlichen Betriebsdauer und müssen ersetzt werden. Gleichzeitig werden auch die Lieferverträge mit Frankreich nach und nach auslaufen.

Die Debatte dreht sich aber nicht nur um die Versorgungssicherheit. Nicht vergessen werden dürfen die ökonomische Perspektive (Strompreis) und die Tatsache, dass die Schweiz keine Strominsel ist. Gerade mit dem ehrgeizigen Ziel, die Energieeffizienz zu verbessern, respektive den Verbrauch von Öl, Kohle und Gas zu reduzieren, steigt der Verbrauch von Elektrizität noch zusätzlich. Diese Komponenten zusammen führen auch den Bundesrat zur Schlussfolgerung, dass wir es uns gar nicht leisten können, der Kernenergie den Rücken zuzukehren. In dem Sinne braucht es eine Kernenergiedebatte und die daraus hoffentlich resultierenden Lösungen. Grösste Unbekannte in dieser Diskussion ist die Endlagerung der Abfälle: Gemäss Bundesrat ist der Nachweis einer Entsorgungs-Lösung mittlerweile erbracht.

Die Notwendigkeit einer neuen Energiedebatte wurde auch im Ausland erkannt. Vielerorts steht man der Kernkraft heute weit wohlwollender und sachlicher gegenüber als noch vor ein paar Jahren. In Ostmitteleuropa sind zahlreiche Nuklearkraftwerke im Bau oder in Planung. In Deutschland werden die kontraproduktiven Folgen des selbstverordneten Ausstiegs aus der Atomenergie mittlerweile erkannt: Teure Stromimporte, noch mehr Kohle- und Gaskombi-Kraftwerke. Der Ruf nach verlängerten Laufzeiten der KKW wird darum auch in unserem nördlichen Nachbarland lauter.

weiterführende Links:

»» "Strategien für die Schweizer Elektrizitätsversorgung im europäischen Kontext" (Studie über die Auswirkungen unterschiedlicher europäischer Szenarien auf den Schweizer Elektrizitätsmarkt, Avenir Suisse, Juni 2008)

»» "Kernenergie für die Schweiz" (Informationsbroschüre, Nuklearforum Schweiz, Juli 2007)

»» "Energieforum Nordwestschweiz" (Informationsportal von eidgenössischen und kantonalen Politikern, von Wissenschaftlern sowie von an Energiepolitik interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus den Kantonen Aargau, Solothurn, Basel-Land und Basel-Stadt)

»» "Neue erneuerbare Energien und neue Nuklearanlagen: Potentiale und Kosten" (Bericht des Paul Scherrer Institut PSI im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE, Mai 2005)

»» "Co2-freie Stromperspektiven für die Schweiz - Neue nukleare Technologien" (Energie-Spiegel, Nr. 15, Paul Scherrer Institut PSI, November 2005)

 

Ceterum Censeo | 12. November 2014 Warum schlanke Staaten vorauseilen

Von Daniel Heller, Mitglied des Vorstandes Zivilgesellschaft


Während der Finanzkrise im Jahr 2008 und 2009 stiegen die Staatsausgaben in Europa drastisch an. Staaten wie Griechenland oder Irland tappten naiv in die Schuldenfalle. Bis heute versucht sie die EU verzweifelt zu sanieren – wohlgemerkt, auf Kosten der reicheren Staaten der Union. Diese Krise führte einmal mehr vor Augen, dass Staaten für ihre Finanzsünden letztlich selbst büssen müssen und Länder mit niedrigen Staatsquoten erfolgreicher sind. Noch ist die Schweiz zu letzterer Gruppe zu zählen. Trotz tiefer Staats- und Schuldenquote ist aber auch die Eidgenossenschaft gefordert, sich fit zu halten und unnötigen Ballast frühzeitig abzuwerfen.

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