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Rückkehr zur Leistungsgesellschaft! |
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Ceterum Censeo | 23. Jan. 2008 Rückkehr zur Leistungsgesellschaft!Allzu viele Schweizerinnen und Schweizer sind verwöhnt. Man will ohne grosse Anstrengung gut leben, sucht die absolute Sicherheit von der Wiege bis zur Bahre und ist nicht bereit, seinen Beitrag zum Funktionieren des Gemeinwesens zu leisten. Über Rechte und Ansprüche wird geredet und gestritten, die Übernahme von Pflichten aber ist verpönt. Die direkte Folge: Das Milizsystem ist in der Krise.
Viele Bildungsreformen sind heute darauf ausgerichtet, die Mittelmässigkeit zu fördern. Modelle wie die flächendeckende Integration – sprich: alle Leistungsniveaus in derselben Klasse – verbessern möglicherweise die Chancen der schulisch Benachteiligten. Fatalerweise geschieht dies zum Preis der Benachteiligung von Begabten. Die Schwachen stärkt man nicht, indem man die Starken schwächt. Diese Binsenweisheit vertrat schon Abraham Lincoln.
Echte Eliten zeichnen sich neben Begabung und Talent vor allem durch den Willen zur Leistung aus. Dieser Wille geht heute bezeichnenderweise nicht nur den Konzepten in vielen Schulstuben ab, auch in Wirtschaft und Gesellschaft verstärkt sich der Trend zum Mittelmass. Dieses Manko führt zum Phänomen der Abzocker: Sie verwechseln die eigene Leistung mit der Team- und Firmenleistung und verfallen einer inakzeptablen Selbstbedienungsmentalität.
Wenn die Selbstbedienungsmentalität in der Folge nicht nur „oben“, sondern auch bei der einfachen Angestellten oder dem sozial Benachteiligten zum Massstab wird, verwundert dies nicht: Profitieren und wenig Leisten, Sozialmissbrauch und Gleichmacherei sind Ausdruck der sukzessiven Verwandlung einer Leistungsgesellschaft in eine Neidgesellschaft. Nur die fortschrittliche liberale Staats- und Gesellschaftskonzeption ist in der Lage, diesem Morast zu entrinnen.
Lesen Sie auch:
»» Boris Zürcher (Avenir Suisse): "Wachstum, Verteilung und Einkommensmobilität" (Die Volkswirtschaft, 11.12.2007)
»» Christian Hoffmann: "Das Herz des Etatismus" (freilich.ch, Januar 2008)
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Ceterum Censeo | 3. Februar 2012 Vom Sonderfall zum ungeliebten Musterknaben: Gedanken zu den Standortvorteilen der Schweiz im taumelnden Europa Die Schweiz ist aktuell in einer besseren wirtschaftlichen Verfassung als viele andere Staaten. Auch die Finanzkrise vor drei Jahren bewältigte die Schweiz quasi im Eilzugtempo, während sich die Wirtschaft vieler Staaten jetzt noch auf der Kriechspur befindet. Sprach man früher vom Sonderfall Schweiz, passt heute eher der Begriff des Musterknaben für unsere spezielle Stellung. Sind Sonderfälle noch gelitten, werden Musterknaben selten geliebt, häufiger beneidet. Die Angriffe auf unsere Standortvorteile – Finanzplatz und Steuerfragen – führten den Unmute anderer Länder deutlich vor Augen. Das wirft die Frage auf, wo denn eigentlich unsere Vorteile heute noch liegen und wie stark diese gefährdet sind.
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