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Mittwoch, 10 Oktober 2007 |
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Ceterum Censeo | 10. Okt. 2007 Lehrlinge rentierenWer Lehrlinge ausbildet, macht vorwärts. Dies ist das Fazit der
zweiten Kosten-Nutzen-Studie, welche die Forschungsstelle für
Bildungsökonomie der Universität Bern im Auftrag des Bundesamtes für
Berufsbildung und Technologie (BBT) verfasst hat. In
Zahlen ausgedrückt: Im Schnitt bringt ein Lehrling in der Ausbildung
seinem Lehrbetrieb einen produktiven Ertrag von knapp 30'000 Franken.
Auf der Kostenseite schlagen Investitionen des Lehrbetriebs von 27'000
zu Buche.
Für zwei Drittel der Lehrbetriebe zahlt sich der Stift oder die Stiftin schon während der Ausbildung aus. Beim
Rest stellt sich der Nutzen kurz- oder mittelfristig ein. Dann nämlich,
wenn der Betrieb die Lehrlinge übernimmt und so Rekrutierungs- und
Einarbeitungskosten spart.
Die Wiederholung der Kosten-Nutzen-Analyse der Lehrlingsausbildung ist weit mehr als eine buchhalterische Fingerübung. Die mit Hilfe dieser erhobenen Daten ermöglichten Analysen haben deutlich gezeigt, wie wichtig das Kosten-Nutzen-Verhältnis für ein genügend hohes Lehrstellenangebot ist. Nun ist aber das Gleichgewicht von Kosten und Nutzen nicht automatisch gegeben. Es hängt – neben den bereits erwähnten Faktoren der betrieblichen Ausbildungsbedingungen und der Lernenden selbst – auch von den institutionellen Bedingungen ab, die durch die Berufsbildungspolitik und die Sozialpartner laufend beeinflusst und verändert werden.
»» Medienmitteilung des Bundesamt für Berufsbildung und Technologie: „Berufliche Grundbildung: Ausbilden lohnt sich“ (04.10.2007)
»» Samuel Mühlemann und Stefan C. Wolter, "Lehrlingsausbildung lohnt sich" (Die Volkswirtschaft, 10-2007)
»» Berufsbildung Plus (Nationale Berufsbildungkampagne des BBT)
»» Zweijährige Berufsbildung mit eidg. Berufsattest (richtet sich an vorwiegend schulich Schwächere)
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Ceterum Censeo | 3. Februar 2012 Vom Sonderfall zum ungeliebten Musterknaben: Gedanken zu den Standortvorteilen der Schweiz im taumelnden Europa Die Schweiz ist aktuell in einer besseren wirtschaftlichen Verfassung als viele andere Staaten. Auch die Finanzkrise vor drei Jahren bewältigte die Schweiz quasi im Eilzugtempo, während sich die Wirtschaft vieler Staaten jetzt noch auf der Kriechspur befindet. Sprach man früher vom Sonderfall Schweiz, passt heute eher der Begriff des Musterknaben für unsere spezielle Stellung. Sind Sonderfälle noch gelitten, werden Musterknaben selten geliebt, häufiger beneidet. Die Angriffe auf unsere Standortvorteile – Finanzplatz und Steuerfragen – führten den Unmute anderer Länder deutlich vor Augen. Das wirft die Frage auf, wo denn eigentlich unsere Vorteile heute noch liegen und wie stark diese gefährdet sind.
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