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«Die Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst,
durch Nichtgebrauch dahinschwindet.»
Carl Friedrich von Weizsäcker
Ceterum Censeo | 10. Sept. 2007 Dynamischer Arbeitsmarkt Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz beträgt zurzeit nur noch 2,6%, bei weitem eine der tiefsten Quoten in Europa. Dies bei einer rekordhohen Beteiligungsquote und nachhaltiger Einwanderung von qualifizierten EU-Arbeitskräften, vor allem aus Deutschland. Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigt sich also weiterhin als einer der dynamischsten und integrativsten Beschäftigungsmärkte im internationalen Vergleich.

Die Gründe der vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit in unseren europäischen Nachbarländern sind bekannt: vom Staat veranlasste bzw. abgesegnete Rigiditäten wie zentralisierte Lohnverhandlungsprozesse, strenge Arbeitszeitregulierungen, exzessiver Kündigungsschutz und fixierte Mindestlöhne verhindern die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und vernichten existierende Arbeit aufgrund mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Übertrieben ausgebaute Wohlfahrtstaatssysteme setzen falsche Anreize und tragen mit der entsprechenden Steuer- und Abgabenlast ebenfalls dazu bei, die Leistungsbereitschaft und die Arbeitsmoral zu senken.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist demgegenüber relativ freiheitlich organisiert. Arbeitnehmer und Arbeitgeber regeln ihre Verhältnisse vertraglich, individuell und flexibel. Die akuten Probleme bei der Invalidenversicherung, die mit falschen Anreizen eine zunehmende Zahl von Arbeitsfähigen aus dem Arbeitsmarkt ausgesteuert hat, deuten darauf hin, dass auch bei uns Tendenzen zu sozialstaatlichen Übertreibungen bestehen könnten.

»» Medienmitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO): „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im August 2007“ (06.09.2007)

»» Analyse des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes: "Gute Wirtschaftslage erfordert deutliche Lohnerhöhung" (31.08.2007)

»» Analyse des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes: "Beschäftigung im Wachstumsschub" (23.08.2007)

»» Studie der Credit Suisse Economic Research: "Jugendarbeitslosigkeit als Ergebnis einer anderen Nachfrage nach Arbeit?" (Juli 2006)

 
Ceterum Censeo | 3. Februar 2012 Vom Sonderfall zum ungeliebten Musterknaben: Gedanken zu den Standortvorteilen der Schweiz im taumelnden Europa Die Schweiz ist aktuell in einer besseren wirtschaftlichen Verfassung als viele andere Staaten. Auch die Finanzkrise vor drei Jahren bewältigte die Schweiz quasi im Eilzugtempo, während sich die Wirtschaft vieler Staaten jetzt noch auf der Kriechspur befindet. Sprach man früher vom Sonderfall Schweiz, passt heute eher der Begriff des Musterknaben für unsere spezielle Stellung. Sind Sonderfälle noch gelitten, werden Musterknaben selten geliebt, häufiger beneidet. Die Angriffe auf unsere Standortvorteile – Finanzplatz und Steuerfragen – führten den Unmute anderer Länder deutlich vor Augen. Das wirft die Frage auf, wo denn eigentlich unsere Vorteile heute noch liegen und wie stark diese gefährdet sind.

 
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