Zivi_11.jpg
«Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten.
Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.»
Arthur Schoppenhauer
Wirschaftswunder Schweiz gefńhrdet?
Ceterum Censeo | 14. April 2011Wirtschaftswunder Schweiz gefährdet?Unter dem Titel «Wirtschaftswunder Schweiz» legt Avenir Suisse -Direktor Gerhard Schwarz zusammen mit R. James Breiding ein aktuelles Buch vor, das sich bezogen auf die Erforschung der Ursachen des Schweizer Erfolges und Wohlstandes nicht mit Klischees begnügt. Die Autoren rücken Innovationskraft und Leistungswillen von Unternehmern ins Zentrum. Die Akzente des Erfolgsmodells liegen auf privatem Unternehmertum, auf Beispielhaftigkeit sowie auf wirtschaftskultureller Repräsentativität. Die Auswahl der behandelten Themen, Firmen und Branchen ist breit und macht die Vielfalt der gereiften schweizerischen Volkswirtschaft anschaulich.

Stellt sich sogleich die Frage nach den Zukunftsperspektiven dieses Modells. Die Schweiz hat erstaunlich rasch die Finanzkrise und in deren Gefolge die kurzfristige Wirtschaftskrise überwunden. Bedrohlich sind allerdings die Langfristrisiken der Finanzkrise. Und diese dauern – etwa in Form der Eurokrise - noch an. Spurlos geht die Eurokrise auch an der Schweiz nicht vorbei. Seit die dramatische finanzielle Lage in zahlreichen europäischen Staaten ans Licht gekommen ist, ausgelöst durch die Krise in Griechenland, hat der Euro stark an Wert eingebüsst. Das Vertrauen in die Einheitswährung ist erschüttert, Anleger und Investoren sind auf der Suche nach alternativen, stabilen Währungen wie dem Schweizer Franken. Aufgrund der rasant steigenden Nachfrage nach der Schweizer Währung hat sich der Wert des Frankens gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung drastisch aufgewertet.

Es ist eigentlich ein positives Signal, wenn die Anleger weltweit dem Schweizer Franken das Vertrauen aussprechen. Diese schätzen an der Schweiz die stabile, sichere ordnungs- und finanzpolitische Situation. Auch die verhältnismässig geringe Staatsverschuldung wirkt sich positiv auf unsere Währung aus. Doch die Frankenstärke birgt auch Gefahren und weckt Ängste vor einem überteuerten Schweizer Franken. Zahlreiche export-orientierte Firmen leiden unter dem starken Margendruck, insbesondere die Maschinen- und Elektroindustrie, aber auch der Tourismus fürchtet negative Konsequenzen. Gewerkschaften forderten unlängst staatliche Interventionen seitens der Nationalbank, um den hohen Frankenkurs nach unten zu korrigieren.
Ein Blick auf die jüngsten Wachstumsprognosen zeigt aber, dass die ökonomische Situation in der Schweiz keinesfalls so schlimm ist, wie noch vor Jahresfrist befürchtet wurde. Trotz Frankenstärke und Schuldenkrise in Europa hat das Seco sowie andere Konjunkturforschungsstellen die Wachstumsprognose für das Jahr 2011 auf 2.1 Prozent erhöht. Auch der Privatkonsum nimmt zu, was positive Impulse auf die ganze Volkswirtschaft verspricht.

Trotz einiger noch bestehender Risiken wie den dramatischen Schuldenproblemen unserer europäischen Nachbarn und der Frankenstärke ist es der Schweiz gelungen, die Wirtschaftskrise erfolgreich zu überwinden. Ein wesentlicher Grund für die schnelle Erholung ist die nachhaltige und restriktive Fiskal- sowie die eigenständige Währungspolitik. Schliesslich hat die Schweiz auch von den stabilen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen profitiert. Der rasche Aufschwung der Weltwirtschaft und die tiefen Zinsen haben ein günstiges wirtschaftliches Umfeld geschaffen. Der Europäische Reformbarometer 2011, welcher die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit aller europäischen Volkswirtschaften bewertet, bestätigt den positiven Trend und hält fest, dass die Schweiz im internationalen Vergleich nach wie vor auf einem Spitzenplatz liegt.

Der Kleinstaat Schweiz ist schon seit Jahren ein wirtschaftliches Erfolgsmodell. Entgegen den vorherrschenden Klischees besteht die Schweizer Wirtschaft nicht nur aus Banken, Tourismus und der Uhrenindustrie, auch die Maschinen- und Medizinbranche tragen zu einer breiten Abstützung der heimischen Wirtschaft bei. Es ist daher essentiell, neben dem Finanz- auch den Werk- und Denkplatz Schweiz zu fördern und attraktiv zu gestalten. Die politische und ökonomische Stabilität unseres Landes sowie die kontrollierte Offenheit tragen ebenfalls zum Wirtschaftswunder Schweiz bei. Mit einer freiheitlichen und innovativen Wirtschaftspolitik scheint die Schweiz auf jeden Fall auf dem richtigen Weg zu sein.

Weiterführende Informationen:

»» „Wirtschaftswunder Schweiz. Ursprung und Zukunft eines Erfolgsmodells.“ (Schwarz, Gerhard und Breiding, R. James (2011))

»» Swissmem-Umfrage zur Frankenstärke und deren Auswirkungen für die Schweizer MEM-Industrie

»» Europäischer Reformbarometer 2011 (Economiesuisse)

»» Wirtschaftsinfo 1/2011 (Unia)

»» Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke (Seco)

 


Ceterum Censeo | 23. Juli 2014
Eine Schweiz im urbanen Wandel: Aufkeimende Wachstumsängste und steigendes Unbehagen

Die Schweiz wächst. Bereits wurde die Bevölkerungsgrenze von 8‘000‘000 durchbrochen. 2050 könnten es womöglich bereits 10‘000‘000 Menschen sein, die hier leben. Als Folge des Wachstums steigt der Druck auf die Politik, Massnahmen gegen den Landverlust und zum Schutze der Natur zu ergreifen. Dem Wunsch der Bevölkerung ist nachzukommen, bereits liegen ja auch Volksentscheide dazu vor. Dabei stellt sich die Frage, wie dies im Einklang mit den wirtschaftlichen Interessen und den Eigentumsrechten geschehen kann.

 weiter...

 

 

 
©  Verein Zivilgesellschaft
c/o Dr. J÷rg N. Rappold
Limmatquai 52
CH-8001 Zurich
Switzerland